Testament eines Hundes

Normal müsste ich es schon gewöhnt sein, da ich immer einem alten, kranken Tier ein Zuhause schenke, bis zum Ende seines Lebens.

Man weiß, dass dieser Tag kommt. Doch wenn es soweit ist, will man es nicht glauben. Man ist traurig, man weint und schwört sich, nie wieder einen alten Hund mit nach Hause zu nehmen.

Eine meiner Tierfreunde aus den alten Bundesländern schickte mir dann dieses Gedicht über das Testament eines Hundes, was da lautet:

Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament, um ihr Heim und alles, was sie haben, denen zu hinterlassen, die sie lieben.

Ich würde auch solch ein Testament machen, wenn ich schreiben könnte.

Einem armen, sehnsuchtsvollen, einsamen Streuner würde ich mein glückliches Zuhause hinterlassen, meinen Napf, mein kuscheliges Bett, mein weiches Kissen, mein Spielzeug und den so geliebten Schoß, die sanft streichelnde Hand, die liebevolle Stimme, den Platz, den ich in jemandes Herzen hatte, die Liebe, die mir zu guter Letzt zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird, gehalten im liebenden Arm.

Wenn ich einmal sterbe, dann sag bitte nicht:

„Nie wieder werde ich einen Hund haben, der Verlust tut viel zu weh!“

Such Dir einen einsamen, ungeliebten Hund aus und gib ihm meinen Platz.

Das ist mein Erbe.

Die Liebe, die ich zurücklasse, ist alles was ich geben kann.

Ich habe diesen Wunsch erfüllt und wieder einem alten Hund ein Zuhause gegeben. Es ist zwar kein Streuner, aber ein Hund, welcher sein Herrchen verlor. Gerne hat er das Hundekörbchen angenommen und schaut mich dankbar an.


Zitat

„Das Tier erkennt die tiefsten Tiefen unseres Wesens und hält zu uns,
selbst wenn die ganze Welt uns auch verlässt.
Die Treue eines Tieres kann uns rühren,
weil Treue unter Menschen doch so selten ist.


Christa Scheler

Tierheim Gehofen


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